RED'N'BLUE — A Visual Generative AI Exploration about Transhumanism
In den Hallen der Transhumanisten gärt schon lange die Überzeugung, dass unsere Evolution einen neuen Pfad einschlagen muss. Es gilt, den geistigen, körperlichen und kognitiven Zustand des Menschen zu verbessern und die lästige Endlichkeit des Seins zu überwinden.
Die Wissenschaft der Transhumanisten drängt auf diesen Pakt zwischen Natur und Technologie.
RED'n'BLUE ist visueller Ausdruck meiner Sichtweise aber sicherlich auch Ausdruck meiner Angst vor dieser Entwicklung.
Ich stelle mir die Frage, wo verbleibt dann das Göttliche in uns? Wo verbleibt unsere Schöpfungskraft? In der Cloud von Google? Werden wir am Ende nur noch seelenlose, von der Technik einiger Großkonzerne gesteuerte, nicht enden wollende Körpergeflechte sein?
„Mitten in die Welt habe ich dich gestellt, damit du um so leichter um dich schauest und sehest alles was darinnen ist. Ich schuf dich als ein Wesen, weder himmlisch noch irdisch, weder sterblich noch unsterblich allein, damit du dein eigener freier Bildner und Überwinder seiest; du kannst zum Tier entarten und zum gottähnlichen Wesen dich wiedergebären … Du allein hast eine Entwicklung, ein Wachsen nach freiem Willen, du hast Keime eines allartigen Lebens in dir."
Pico della Mirandola, „De hominis dignitate"
Endziel ist, den menschlichen Körper komplett zu überwinden: etwa indem immer mehr Teile des Körpers durch Maschinen ersetzt und eines Tages auch das Gehirn auf einen Computer hochgeladen wird. Transhumanisten wollen letztlich die Unsterblichkeit und die Gottwerdung des Menschen erreichen.
Christopher Coenen, Wissenschaftler am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie
Wenn du die Maschine nicht schlagen kannst, ist es am besten, selbst eine zu werden.
Elon Musk
Die Macht des Menschen, aus sich zu machen, was ihm beliebt, bedeutet die Macht einiger weniger, aus anderen zu machen, was ihnen beliebt.
C.S. Lewis, Die Abschaffung des Menschen
Auch die Wissenschaft kann neue Religionen hervorbringen, dazu braucht es keinen Gott. Der interessanteste Ort dafür ist derzeit das Silicon Valley. Es ist wie das alte Rom zur Zeit der Frühchristen, neue Religionen werden geboren im Kopf von Menschen. Das, was gerade entsteht, könnte man Techno-Religion nennen.
Yuval Harari