FESTIVAL CATACUMBAS —EP1 / Prolog
A Visual Generative Novel
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Es ist das Jahr 2242.
Nach den verheerenden 100-jährigen Klimaweltkriegen, die in den frühen 2000ern begannen, brach die Natur auf der ganzen Welt zusammen. Seitdem beherrschen Sand, Wind, brennende Hitze am Tag und eisige Kälte in der Nacht die Oberfläche der Erde.
Das Wasser ist verschwunden. Tief unter die Erdoberfläche versickert. Mythen ranken sich um das Warum. Eine Theorie besagt, es sei verdunstet und der Rest sei einfach unter die Erdoberfläche abgeflossen, da die ausgelaugten Böden kein Wasser mehr halten konnten. Die weitaus verbreitetere Theorie beschreibt die Geschichte, dass Eliten der Erdbevölkerung nach dem Kollaps das Wasser in die sogenannte Hohlerde abgeleitet haben.
Diese Theorie der Hohlerde, aus dem 17. Jahrhundert, besagt, dass sich im Kern der Erde, in der hohlen Erde, „Cataclysmia” — die Insel der Glückseligen — befindet. Ein Ort, der nur für eine kleine Schicht von Privilegierten und Superreichen zugänglich ist.
Weltweit sind nur wenige Zugänge in die innere Welt bekannt. Der größte und bekannteste Zugang liegt in der ehemaligen Megametropole Mexiko-Stadt.
Auf Cataclysmia gibt es Wasser, ausreichend Nahrung und ein nahezu himmlisches Klima. Ein begehrenswerter Ort. Aber der Platz ist begrenzt.
Jene, die den täglichen Überlebenskampf beenden und auf Cataclysmia aufgenommen werden wollen, bietet das jährliche FESTIVAL CATACUMBAS die Gelegenheit, Einlass zu finden.
Aber nicht alle Menschen sehnen sich danach, in die Hohlwelt einzutreten. Freigeister, fliegende Händler und Abenteurer, aber auch Plünderer, Schleuser und Gesetzlose bevorzugen für sich die lebensfeindliche, aber freie Welt an der Erdoberfläche.
Die gewaltigen Konstruktionen aus Glas, Stahl und Beton, einst Symbole des menschlichen Triumphs, als Juwelen der Zivilisation gepriesen, werden täglich tiefer von den wandernden Sandmassen verschluckt. Bis nichts mehr von ihrer einstigen Größe übrig bleibt und sie nur noch stumme Zeugen einer Ära des Zerfalls und der Verzweiflung sind.
Außerhalb dieser untergegangenen Prachttempel herrscht eine gnadenlose Wüste, in der sich unbarmherzige Stürme mit der gleißenden Mittagssonne verbünden und erst gegen Abend ihren eisernen Griff lockern.
Flüsse, Seen und Ozeane sind vertrocknet. Dort, wo einst majestätische Wellen tosten, erstreckt sich nun ein öder Friedhof aus Salz, Sand und von der Zeit geschliffenen Überresten aus einer vergangenen Zeit.
Weltweit das gleiche Bild. Eurasien, Australien, Süd- und Nordamerika. Laut der Mythologie befinden sich auch hier Eingänge zu Cataclysmia.
Mittelamerika, Mexiko-Stadt: 43 Millionen Einwohner im Jahr 2180 vor den einsetzenden Stürmen und der großen Trockenheit. Heute ungewiss.
Die letzten bewohnbaren Flecken in der einstigen Megametropole sind heiß begehrt und nicht ungefährlich. War Mexiko-Stadt schon in der Vergangenheit eine der Städte mit den meisten Gewaltverbrechen, so ist es heute nicht anders. Doch heute geht es ums nackte Überleben. Findet man keinen Unterschlupf, vertrocknet man schlicht in den austrocknenden Stürmen tagsüber und erfriert in der Nacht.
Doch die Gefahr geht nicht nur von den Menschen aus. Regelmäßig stürzen ganze Wolkenkratzer durch den steten Abrieb durch die Sandstürme ein. Die maroden Bauten bieten nur noch unter der Erdoberfläche Schutz, und die Eingänge zu diesen Schutzräumen kennt nicht jeder.
Torre Reforma, mit 246 Metern ehemals höchster Wolkenkratzer an der Paseo de la Reforma, damals einer der bedeutendsten Boulevards in Mexiko-Stadt, misst nun keine 200 Meter Höhe mehr. Sand, Dreck und Staub umschlingen den Turm bis zur 6. Etage und lassen ihn von Tag zu Tag mehr schrumpfen.
Und hier befindet sich wohl der größte Eingang zur Hohlwelt. Unter den Kellern des einstigen Wahrzeichens der Megacity führt ein 1.500 Meilen langer Schacht in das sagenumwobene Cataclysmia.
Hier, am Schnittpunkt in das Reich der Privilegierten, beginnt das jährliche FESTIVAL CATACUMBAS.
Drei Tage lang ist dieser Ort voll mit Hunderten von Menschen. Die einen angetrieben von der Hoffnung, die anderen von Profitgier und diejenigen begeistert vor Lebensfreude, egal, wie schlecht es um die Welt steht.
Thx for reading.