FESTIVAL CATACUMBAS —EP2 / The Legacy
A Visual Generative Novel
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In der östlichen Hemisphäre liegt eine verlassene Stadt — Zouérat. Einst ein bedeutender Umschlagplatz für Eisenerze, thront Zouérat nun inmitten einer unbarmherzigen Wüste und gleicht einem stillen Friedhof aus Sand, Eisen und Beton.
Verfallene Baracken, versteckt unter dicken Schichten aus Staub, ducken sich vor den ständigen Sandstürmen. Der Wind heult unablässig, peitscht durch die verlassenen Pisten und trägt den feinen Wüstensand mit sich, der sich über alles legt.
Schwere Stahlplatten und verbliebene Güterwagons wirken wie die letzte Verteidigungslinie gegen die erbarmungslose Natur.
Es ist früh am Morgen. Die Sonne steht tief und taucht die karge Landschaft in ein unwirkliches, dunstiges Licht.
Der alte Güterbahnhof, vor langer Zeit Dreh- und Angelpunkt des Eisenerztransports, liegt verlassen und vergessen in einer abgelegenen Senke. Hier, in diesem trostlosen Ödland, haben sich Mongolenstämme niedergelassen, die vor langer Zeit in diese Stadt einwanderten.
Heute ist der stillgelegte Iron-Ore-Train-Starting-Point mit seinem Netz aus Bunkern, Tunneln und Katakomben ihr Revier.
Es war in den späten 40ern des Post-Millenniums, als die Musikindustrie wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzte. Was einst die pulsierenden Herzschläge der Welt waren, voller Kreativität, Glamour und unsterblicher Klänge, sind heute nur noch verblasste Erinnerungen.
Inmitten dieser Zeit waren es die Mongolen, die den wahren Wert der Musik erkannten. Der Stamm der Kasachen, Nachkommen der einstigen Adlerjäger, erkannten die Bedeutung, das musikalische Erbe für die kommenden Generationen zu bewahren.
Unauffällig und beharrlich sammelten sie Musik aus allen Ecken der Welt. Sie reisten in die entlegensten Winkel, durchstöberten verlassene Aufnahmestudios und private Sammlungen, stets auf der Suche nach diesen verlorenen Schätzen.
Es war eine stille Mission gegen das Vergessen. Jeder Ton, jedes Lied war ein Stück Geschichte, ein Fragment der menschlichen Seele, das bewahrt werden musste.
Mit einer Hingabe, die ihresgleichen sucht, bauten die Kasachen das umfangreichste Musik-Archiv auf, das die Welt je gesehen hat. Tief verborgen in den Archiven der unterirdischen Welt des Iron-Ore-Train-Starting-Point, sicher vor den zerstörerischen Kräften der Natur und den gierigen Händen der Menschen, lagern Millionen von Musikstücken.
Dieses Monument wurde zum Herzen ihres Daseins.
Wir kommen am Treffpunkt inmitten der dunst-staubigen Landschaft an. Ein Kasache winkt uns heran, seine Bewegungen ruhig und doch voller Dringlichkeit.
„Hier entlang,” sagt er knapp und winkt uns in ein Gebäude, das sich kaum von den umliegenden Ruinen unterscheidet. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine verfallene Garage, doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Fassade als täuschendes Trugbild. Hinter dem äußeren Anschein verbirgt sich ein stabiles Konstrukt aus Beton und Stahl.
Der Boden unter unseren Füßen knirscht leise bei jedem Schritt, während wir uns tiefer in das Gebäude hineinwagen.
Unser Führer hält vor einer massiven Eisentür inne, die sich fast nahtlos in die Betonwand einfügt. Ein tiefes, metallisches Knarren hallt durch den Raum, als die Tür sich öffnet und den Blick auf einen schmalen, abfallenden Gang freigibt.
„Hier geht es hinunter,” murmelt der Kasache, während wir ihm folgen.
Enge Treppenstufen führen uns in die Tiefe, in eine Welt, die dem Licht der Oberfläche verborgen bleibt. Mit jedem Schritt wird die Luft kühler und feuchter, ein kalter Schleier, der sich um uns legt.
Die Dunkelheit ist allumfassend, nur durchbrochen von flackernden Lichtern, die unseren Weg beleuchten.
Nach einem scheinbar endlosen Abstieg erreichen wir das Herzstück der Kasachen: Sektor 850.
Hier befindet sich also das größte und einzigartigste Sound-Archiv der Menschheit. Ein Ort, an dem die Vergangenheit der Musik bewahrt wird.
Wir betreten einen großen Raum, dessen Wände von Regalen gesäumt sind, die bis zur Decke reichen und unzählige Aufnahmen, Tonträger und digitale Speicher enthalten. Inmitten dieser Schatzkammer treffen wir auf NYAM, den Hüter dieses Vermächtnisses. Ein Mann von ruhiger, fast meditativer Präsenz, seine Bewegungen sind präzise und methodisch.
„Willkommen im Herzen unserer Sammlung,” sagt NYAM mit einem schwachen Lächeln.
„Hier bewahren wir die Klänge und Melodien auf, die die Welt einst geprägt haben und es vielleicht wieder tun werden. Musik aus allen Epochen und Kulturen.”
Hunderte Stunden feinstes auditives Material hat er über mehrere Monate zusammengestellt. Das Ergebnis ist ein nie dagewesener Mix aus Pre-, Mid- und Post-Age-Klängen – das Main-Setting für die 3 Tage in den Katakomben des Torre Reforma in Mexico City.
Zusammen mit seinen Brüdern Bajar und Enkh wird Nyam ein einzigartiges musikalisches Erlebnis aus BIORHYTHM, NEUROBEAT und CHRONOMIX auf die Bühne bringen. Gemeinsam werden sie das Publikum in eine Klangwelt entführen, die ihresgleichen sucht.
„Dieses Jahr wird etwas ganz Besonderes,” sagt NYAM, während er uns mit funkelnden Augen ansieht. „Wir werden die CATACUMBAS zum Beben bringen! Das wird niemand jemals vergessen!”
„Und wir werden die Tore öffnen.”
Thx for reading.